Der C-V8 stellt den Höhepunkt der dreißigjährigen Ära dar, in der die Gebrüder Jensen die Geschicke der Marke maßgeblich prägten. Als letztes Modell, das unter der Leitung von Richard und Alan Jensen entwickelt und gefertigt wurde, kann man es gewissermaßen als den letzten echten Jensen bezeichnen, bevor beide in der Auseinandersetzung um das Nachfolgemodell Interceptor die Firma 1966 verließen

Der C-V8 war "Supercar" noch bevor dieser Begriff geprägt wurde. Angetrieben von einem 5,9 Liter (361 ci) V8 Chryslermotor mit 305 PS, der später sogar durch den 330 PS starken 6,3 Liter (383 ci) ersetzt wurde, war er eines der stärksten Automobile seiner Zeit, das in Bedienung, Komfort, Luxus und Sicherheit Maßstäbe setzte.

Abb.1: Jensen 104/2039, ein Mk.1 von 1963
Die Karosserie aus Fiberglas, die Jensens erstes V8 Chassis verkleidete, wurde von Alan und Richard Jensen mit dem Chefdesigner Eric Neale gestaltet. Ursprünglich sollte das Fahrzeug als Fortführung der seit 1955 gebauten Jensen 541 Modelle als 541 CT oder 541 Mk II vorgestellt werden, doch während des Entwicklungsprozesses setzte sich die Bezeichnung C-V8 durch.

Die wenigen Glücklichen, die den C-V8 fahren konnten, wurden buchstäblich von seiner Leistung überrascht, auch wenn die Meinung über das Styling sehr geteilt ausfiel. Die vielleicht freundlichste Beschreibung kam von einem Tester, der das Aussehen als "gigantische, geduckte vieräugige Katze" beschrieb, und zwar als "ziemliche coole Katze dieser Art". Es waren die eigenwilligen Frontscheinwerfer, die polarisierten und die Blicke auf sich zogen. Die zurückgesetzten Scheinwerfer sollten ursprünglich mit Plexiglas abgedeckt werden, was jedoch am Ende der Entwicklung wieder verworfen wurde, als es für eine Veränderung der Kotflügelform schon zu spät war.

Abb.2: Jensen 104/2169, ein Mk.1 von 1964
Als der C-V8 mit dem 5,9 l Motor von Chrysler und der TorqueFlite Automatik im Oktober 1962 in Earls Court vorgestellt wurde, war er ein durchschlagender Erfolg. Bereits als die ersten Fahrzeuge ihre Käufer Anfang 1963 erreichten, arbeitete die Fabrik an einer verbesserten Version. Schon im Oktober 1963 feierte der Mk II mit geringfügigen Karosserieveränderungen und der Ankündigung von weiteren Neuerungen sein Debüt. Während der Mk II- Produktion, die Juli 1965 endete wurde ein linksgesteuertes Modell präsentiert, außerdem wurde für die rechtgelenkten Fahrzeuge als Option eine Handschaltung angeboten. Als weitere bedeutende Maßnahme kam später der stärkere 6,3 l (383 ci) Chryslermotor zum Einsatz, der in allen nachfolgenden Fahrzeugen bis 1972 Verwendung fand.

Mitte 1965 kam der Mk. III als letzte Version des C-V8 mit einer neu gestalteten Frontpartie, einer etwas kürzeren Karosserie, einer erheblich verbesserten Kühlung, und einem edel mit Holz verkleideten Armaturenbrett. Die Bremsanlage mit vier Scheibenbremsen von Dunlop wurde nun als Zweikreissystem verbaut. Als weitere Änderungen sind neue Stoßdämpfer, eine geänderte Anordnung der Frontscheinwerfer und der Verzicht auf die Chromeinfassung der Scheinwerferaufnahmen zu nennen.
Abb.3: Das edlere Armaturenbrett im Mk. III
Mit einem Team von Rennfahrern, unter ihnen Roy Salvadori, nahm Jensen 1965 am Commanders Cup in Snetterton teil. Bei dem 24 Stunden Rennen für Serienfahrzeuge erreichte der Mk III mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 79,9 mph (128,5 km/h) das beste Ergebnis.

Die Mk III waren sicherlich die am weitesten entwickelten und luxuriösesten Modelle der C-V8 Baureihe. Sie blieben bis Mitte 1966 in Produktion. Die letzten Exemplare verließen das Werk im Dezember kurz nach Einführung des Interceptors mit Stahlkarosserie, der eine neue Ära in der Firma Jensen einläutete. Von 1962 bis 1966 wurden insgesamt 500 Fahrzeuge des Typs C-V8 in West Bromwich gebaut.

Der Text basiert auf einem englischen Text von Richard Calver (Jensen History). Herzlichen Dank.
Quellen der Bilder: www.british-steel.org (Abb.1), www.dorsetclassics.com (Abb.1), www.classicdriver.de (Abb.3)