Mit der Einstellung des Jensen FF im Laufe des Jahres 1971 suchte Kjell Qvale ein neues Topmodell für die Marke. Mit seinen Erfahrungen vom amerikanischen Automobilmarkt plädierte Qvale für ein Cabrio. Es sollte die Wünsche der

Abb.1: Jensen 2340/9894, auch geschlossen elegant
Der SP übernahm so lange die Rolle des Topmodells, bis das Cabrio schließlich vor dem unglücklichen Hintergrund der ersten Ölkrise am 22.März 1974 im Rahmen des Genfer Automobilsalons als Alternative zum erheblich teureren Rolls-Royce Corniche vorgestellt wurde. Ursprünglich war das Cabrio als "limited edition" von 750 bis 800 geplant, doch als die Folgen der Ölkrise deutlich wurden, war klar, dass die Produktionszahlen ohnehin niedrig bleiben würden. Doch Anfang 1975 stieg mit dem zurückgewonnenen Verbrauchervertrauen die Produktion auf ungeahnte Höhen. Nun wurde mit einer Produktion von fünf Autos pro Woche geplant, womit das Cabrio ein

Abb.2: 2310/1617 mit dem Holzarmaturenbrett
Das Interceptor Cabriolet ist zweifelsohne ein herausragendes Auto, das mit seinen schlanken Linien zu gefallen weiß. Die Ausstattung war mit dem von innen verstellbaren Außenspiegel, elektrischen Fensterhebern und einem elektrischen Verdeck auf der Höhe der Zeit. Auch der Tankdeckel sowie der Kofferraum werden über Schalter im Innenraum geöffnet. Einziger Kritikpunkt war der fehlende Platz zum Verstauen des Verdecks. Es wird einfach hinter die Rücksitze gefaltet und dort von einer Persenning abgedeckt. Während der Produktionszeit erhielt der Interceptor die gleichen Modifikationen wie der Interceptor III Saloon. So wurde ab 1975 das überarbeitete Armaturenbrett montiert. Es sollte mit seinen Holzapplikationen ein edleres Ambiente schaffen. Insgesamt war der Interceptor neben dem Coupé das Auto, das am meisten auf den amerikanischen Markt zugeschnitten war. Das zeigt auch die Tatsache, dass der Anteil der Linkslenker recht hoch ist: Gut 80% der Fahrzeuge verließen das Werk mit dem Steuer auf der linken Seite.
Mehr noch als die geschlossenen Wagen, war der Interceptor Convertible auch bei Prominenten begehrt. Cher Bono, Quinn Martin, Lynda Carter, John Bonham und Winthrop P. Rockefeller gehörten zu den Käufern. Die späteren Fahrzeuge von Jensen Parts & Service

Abb.3: Ein Cabrio mit der späten US-Stoßstange
Heute ist der Jensen Interceptor Convertible das wohl begehrteste Auto der Marke Jensen. Seine Exklusivität und die zeitlose Eleganz haben dazu geführt, dass er nicht der problematischen Marktlage der normalen Interceptor Modelle unterliegt. Hervorragende Exemplare erreichen Marktpreise bis zu EUR 100.000 und selbst Restaurationsobjekte kosten mit EUR 10.000 mehr als ein Interceptor III in durchschnittlichem Zustand. Die meisten Fahrzeuge sind auf dem amerikansichen Markt erhältlich, auch wenn einige Wagen bereits den Weg zurück nach Europa gefunden haben.
Der Text basiert auf einem englischen Text von Richard Calver (Jensen History). Herzlichen Dank.
Quellen der Bilder: www.almereclassiccars.nl (Abb.1), www.interceptor.org (Abb.2), www.users.bigpond.com/tfmuch/ (Abb.3)
Quellen der Bilder: www.almereclassiccars.nl (Abb.1), www.interceptor.org (Abb.2), www.users.bigpond.com/tfmuch/ (Abb.3)
